Hochzeit Berlin

Meldet sich ein Hochzeitsfotograf auf einer Dating-Seite an…

Auf Datingseiten wird wild geflirtet oder lange hin-und-her-geschrieben – wer hier aber von Hochzeit spricht, schafft es wohl kaum zum ersten Date. Trotzdem versuchte ein Hochzeitsfotograf mit einem Profil auf der Datingseite OkCupid auf sich und seine Hochzeitsfotografie aufmerksam zu machen. Mit dem Usernamen “Hochzeitsfoto” beschrieb er sich in seinem Profil selbst als Fotograf. Weiter rechtfertigte er seine Selbstdarstellung damit, dass der Weg von der “Datingseite zum Standesamt nicht weit sein muss”.

Auf die Frage, was er an einem Freitagabend macht, schreibt er konsequenterweise “Fotografieren und Bildbearbeitung” und zu den sechs Dingen, ohne die er nicht leben könne, nennt er neben einer Kamera auch Kreativität und Perspektivwechsel. Zu seinen Lieblingsbüchern zählen Werke wie “Geschafft! Endlich verheiratet!” und “Der verliebte Zylinder: Ein Hochzeitsmärchen”.

Selbstdarstellung als Experiment

Hinter der Aktion steht der Berliner Fotodienstleister AugenBlickLichter. “Wir wollten herausfinden, welche Werbeffekte für die Seitennutzung ein solches Profil hat”, schreibt der Fotograf auf seiner Webseite www.augenblicklichter.de. Dabei sei er sich im klaren gewesen, dass die Zielgruppe seiner fotografischen Leistungen schwerlich auf einer Datingseite zu finden sei. Wenngleich er mit einem Augenzwinkern hinzufügt, dass eine Hochzeit gut und langfristig geplant sein will.

16 likes nach einer Stunde und eine kritische Mail

Die flirtwilligen OkCupid-Nutzer*innen scheinen die Idee von AugenBlickLichter ganz amüsant gefunden zu haben. Innerhalb kurzer Zeit nachdem das Profil online ging, beobachtete der Hochzeitsfotograf 16 Likes auf dem Profil. Das waren eine deutliche Mehrheit aller Besucher von insgesamt etwa 25, die die Profilseite besucht hatten. Eine Reaktion allerdings war – nicht ganz unverständlicherweise – negativ. Ein Nutzer der Flirt-Seite schrieb an den Fotografen, dass die Aktion “uncool ist, weil du Community Richtlinien verletzt”. Eine Selbstdarstellung als Hochzeitsfotograf auf einer Datingseite sei wie “auf der Website eines Seniorenheims Beerdigungsanzeigen zu schalten”.

Um einen Ausweg aus seiner exzessiven Hochzeitsfotografie zu finden, schrieb der Künstler auf seinem Profil auch, dass andere Nutzer*innen ihn kontaktieren dürfen, wenn:  “Du mir beweisen willst, dass es auch noch etwas anderes im Leben gibt als Hochzeiten zu fotografieren.” Mittlerweile hat Augenblicklichter das Profil gelöscht. Zuvor hatte OkCupid die Sichtbarkeit des experimentellen Profils bereits unterbunden. +++

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